Eckornament

Aurora Lacasa

    Aurora Lacasa, ein Name, der klingt, als hätten sich findige Werbefachleute nächtelang damit befasst, einen so schönen Künstlernamen zu kreieren. Ein Name, der selbst in der Übersetzung „Morgenröte des Hauses“ wie ein Kunstwerk klingt. Dabei ist alles echt an Aurora Lacasa. Sie ist die Tochter spanischer Eltern, die große Teile ihres Lebens als Emigranten im Ausland verbringen mussten. So wurde Aurora in Paris geboren und ist in Ungarn und der DDR aufgewachsen. Heute lebt die Spanierin in der neuen Bundesrepublik und spürt mehr denn je ihre spanischen Wurzeln. Sie teilt das Schicksal vieler Emigrantenkinder dieser Welt – und weiß darum, wie sehr dieses außergewöhnliche Leben ihre künstlerische Entwicklung beeinflusst hat. Wer seine familiären und kulturellen Wurzeln in einer neuen Heimat bewahren will, muss lernen, mit Werten umzugehen. Mit eigenen wie mit fremden. Für den Künstler können damit vielfältige Facetten seines Wirkens, Chancen aber auch Grenzen, entstehen.

Aurora Lacasa hat die Chancen ergriffen und sie mit einem ihr gegebenen Geschenk - ihrer Gesangsstimme – vereint. Diese Stimme ließ Menschen aufhorchen, als Aurora Lacasa Ende der 60er Jahre anfing, spanische und französische Volkslieder zu singen. Ihr Publikum war fasziniert von ihrer Mezzo-Alt Stimme und dem exotisch-mediterranen Timbre.
Auroa, Frank, Odette & Dominique
Geboren ist Aurora Lacasa in Paris als Tochter eines spanischen Journalistenehe-
paares. Anfang der 50er Jahre erfolgte ein Wechsel von Paris nach Budapest und 1956 schließlich die Übersiedlung in die DDR. Sie erlangte ein Abitur mit Berufsausbildung in Berlin und nahm eine Tätigkeit als Dolmetscherin für Spanisch, Französisch und Deutsch auf. Ersten Gesangsauftritten in den Jahren 1968/69 folgte die Ausbildung als Solosängerin am Studio für Unterhaltungskunst in Berlin.

Foto Tassilo Leher, BerlinIn den vier Jahrzehnten ihrer Karriere feierte sie eine Vielzahl von Erfolgen. Dafür stehen 2,5 Millionen verkaufte Tonträger. Auftritte in sämtlichen renommierten Unterhaltungssendungen des Fernsehens der DDR gehören ebenso dazu, wie Tourneen im In- und Ausland. Die Verleihung zahlreicher Preise weist Aurora Lacasa als zur ersten Reihe ostdeutscher Unterhaltungskünstler gehörig aus.

1976 und 1978 wurden ihre Töchter geboren. Das war Grund genug für die Sängerin, sich für eine Zeit ins Private zurückzuziehen und sich der Familie zu widmen. Doch auch in dieser Zeit war sie weiter in den Medien präsent. Die LP „Weihnachten in Familie“ mit Frank Schöbel und den beiden gemeinsamen Töchtern, gehört seit ihrer Produktion im Jahre 1985 zu den meist verkauften Schallplatten der DDR. Die dazu eigens produzierte Fernsehsendung war jahrelang Quotenhit im Fernsehen.

An diese Erfolge knüpfte die Künstlerin auch im vereinten Deutschland nahtlos an. Die 1994 aufgelegte CD „Fröhliche Weihnachten in Familie“ erzielte wiederum eine 100tausendfache Auflage. Die vom Fernsehen der DDR und später vom MDR zum Weihnachtsfest ausgestrahlten Sendungen erreichten Kultstatus im Osten Deutschlands.

Im Jahr 1998 feierte Aurora Lacasa in der MDR-Unterhaltungsshow „Goldene Henne“ mit einem Kinderlied von ihrer neuen CD „Peterchens Mondfahrt“ Teil 1 auch im neuen Deutschland ihr Comeback. 1999 erschien der zweite Teil der Kinder-CD „Peterchens Mondfahrt“. Beide CDs hat Aurora Lacasa gemeinsam mit dem Schauspieler Gunther Schoß produziert. Sie wurden mehr als 80-tausend mal verkauft.

Mit dem Titel „Wenn die Wandervögel zieh´n“ und anderen Erfolgsliedern wurde im Jahr 2000 eine Revival-CD der Sängerin aufgelegt. Im Jahr 2005 veröffentlichte Aurora Lacasa mit „Lebenslinien“ ihre neue Solo-CD. Beide CDs dokumentieren eindrucksvoll, dass Aurora Lacasa als Sängerin in keine Schublade passt, dass sie sich keinem Genre ausschließlich verpflichtet fühlt, dass Sie aber dennoch mit ihrem gesanglichen Können immer einen Bogen vom Schlager über das Volkslied und den Chanson bis hin zur klassischen Adaption spannen kann.

Dies hat sie erneut mit ihrer im Jahr 2008 erschienen DVD „Weihnachten in Frieden“ und ihrer im Jahr 2010 veröffentlichten Live-CD „Lebenslinien – Das Konzert“ unter Beweis gestellt. Dabei ermöglicht ihr die Tatsache, dass sie sich in drei Sprachen zu Hause fühlt, den Zugang zu einem außergewöhnlich breiten und interessanten Repertoire. Im Jahr 2012 Veröffentlichung ihrer Solo-Weihnachts CD "Auf ewig Weihnacht". Dieses Album soll die gute und erfolgreiche Tradition der CD "Weihnachten in Familie" in einem anderen musikalischen Genre fortsetzen.

Seit 2004 tourt Aurora Lacasa mit ihrem Live-Programmen „Weihnachten in Frieden“ und seit 2009 mit ihrem internationalen Liederprogramm, „Lebenslinien - von Mozart bis Victor Jara“ mit großem Erfolg durch die ostdeutschen Bundesländer. Mit letzterem Programm hat sie sich einen Traum erfüllt und ist zu ihren musikalischen Wurzeln zurückgekehrt. Spanische und lateinamerikanische Rhythmen wechseln sich mit deutschen Liedern und französischen Chansons ab, ein Repertoire, das der Sängerin ein leidenschaftliches, wahrhaftiges und dennoch stimmungsvolles Zeugnis ihres Könnens ausstellt.

Belohnung dafür sind nicht nur die diesjährige Auszeichnung mit der „Goldenen Schallplatte“, sondern auch die Treue, die ihr ein Publikum über 40 Jahre hält und nicht zuletzt das wachsende Interesse eines neuen und meist jüngeren Publikums.

Text: Dr. M. Greulich

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